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Tolle Projekte vorgestellt: Glasbau 2013 in Dresden

Post Time:Nov 12,2013Classify:Industry NewsView:172

Am 22. 03. 2013 fand an der Uni Dresden die zehnte Auflage der Fachtagung „Glasbau“ statt. Bei der Jubil?ums-Veranstaltung standen u.a. die kürzlich freigegebenen Teile der Glas DIN 18008 auf dem Programm und warum der Glashobel ein Problem für Glasoberfl?chen ist.Wie Fassadendesign und Autodesign perfekt miteinander korrespondieren k?nnen, zeigte im Auftaktvortrag Dr. Lucio Blandini (Ingenieurbüro Werner Sobeck) am Beispiel des Ferrari Museums in Modena. Die dem Leben und Schaffen des Ferrari-Gründers Enzo Ferrari gewidmete Ausstellung besitzt eine Seilfassade, die an einen überdimensionierten Kühlergrill erinnert und von einem knallgelben, doppelgekrümmten Dach in Form einer Kühlerhaube gekr?nt wird. ?hnlich wie bei den weltberühmten Autoklassikern sind auch die Details der hinterspannten Seilkonstruktion hoch spannend: so vereinen die Knotenpunkte des Seiltragwerks verschiedene Funktionen und fungieren gleichzeitig als Distanzhalter, Seilklemme, Glashalter und Befestigung für den Sonnenschutz.Mit Isolierglas gegen StürmeWelche Anforderungen auf Isolierglashersteller und Fassadenbauer zukommen, wenn bei uns im Rahmen des Klimawandels die Stürme zunehmen, erl?uterten Dr. Martien Teich (seele sedak) und Dr. Matthias Oppe (Knippers Helbig) anhand der Hurrikan-resistenten Verglasungen für das Perez Art Museum in Miami. Dort müssen die gro?formatigen Scheiben der Fassaden für h?chste Belastungen mit Windst?rken über 185 km/std. und mehr standhalten. Die Glasfassade muss sehr starken Winddruck und Windsogkr?fte (bis zu 4,3 KN/m2) standhalten. Wobei diese Anforderungen rund 6 bis 7 mal h?her liegen als aktuell in Deutschland verlangt.Interessant war zu h?ren, dass in Miami kleine Fassadensch?den akzeptiert werden, da sie bei den teils sehr heftigen Stürmen nicht vermieden werden k?nnen. Jedoch darf es im Schadensfall dabei keinerlei ?ffnungen in der Fassade geben, damit kein Wind in das Geb?ude eindringen kann.Die Glas DIN 18008 - jetzt auf den Weg gebrachtNach Auskunft von Prof. Geralt Siebert von der Universit?t der Bundeswehr, München, werden die kürzlich freigegebenen Teile 3, 4, 5 der Glas-DIN noch in diesem Jahr zugelassen. Prof. Siebert: „Die Technischen Regeln sind jetzt auf DIN-Niveau, d.h. dass der Verarbeiter ohne Rechnen nicht mehr auskommt. Er muss für die Bemessung von Gl?sern auf alle F?lle einen Ingenieur heranziehen. Bei der Bemessung von Fensterscheiben hat sich hingegen nichts ge?ndert, es gilt die selbe Freistellung, wie sie in der TRLV enthalten ist.“Für die GLASWELT-Leser hat Prof Siebert relevante ?nderungen zusammengefasst.Zur baurechtlichen Einführung der DIN 18008 sagte Prof. Siebert, dass für eine allgemeine Anwendung formal erst noch einige Verwaltungsschritte auf Bundes- und Landesebene durchlaufen werden müssten. Gleichwohl k?nne die Norm in ihrer Endfassung (sobald diese als Wei?druck des Beuth Verlags vorliege) als Stand der Technik betrachtet werden. Zudem lasse sich die Glas-DIN in Absprache mit der jeweiligen Bauaufsicht bereits heute schon in Teilen anwenden.„Der Glashobel ist ein Problem.“In seinem Vortrag führte Prof. Jens Schneider (TU Darmstadt) die Charakterisierung von Oberfl?chensch?den bei Fassaden- und Dachverglasungen aus. Zur Vermeidung von Kratzern sei es wichtig (wissenschaftlich), zu verstehen, wie Kratzer entstehen. Verschmutzungen treten oft aufgrund fehlender Fachkenntnis der Verarbeiter sowie bei Reinigungspersonal auf. Schneider: „Der Glashobel ist ein Problem, denn er kann leicht die Glasoberfl?che verletzen.“Die Forscher der TU Darmstadt haben typische Kratzer anhand unterschiedlicher Parameter klassifiziert. Im Fokus stand dabei, wie es zu leicht sichtbaren Kratzern kommt. Es zeigte sich, dass neben einem Tiefenriss im Glas, seitlich Lateralrisse abgehen. Diese seien h?ufig die Ursachen für (fl?chige) Abplatzungen, die dann wiederum für die Sichtbarkeit der Verletzung einer Glasoberfl?che verantwortlich sind. Dieses Wegplatzen entsteht zeitversetzt und kann Stunden oder Tage dauern, was bei Schadensmeldungen wiederum die Frage der Verantwortlichkeit erschwere. W?hrend die Lateralrisse das Aussehen der Scheiben beeintr?chtigen, beschr?nkten die Tiefenrisse letztendlich die Festigkeit des Glases. Diese Risse sind dann für die Glasfestigkeit bzw. ihrer Einschr?nkung verantwortlich. Durch eine Vorspannung des Glases wird die Risstiefe gemindert.Prof. Markus Feldmann (RWTH Aachen) stellte wandartige Monoglasstützen unter Einwirkung aus vertikaler Drucklast und Biegung vor. „Von Vorteil ist, dass sich der Werkstoff durch rein elastisches Verhalten dem rechnerischen Verhalten perfekt ann?hert. Bei der statischen Bemessung k?nnen wir deshalb immer mit perfekten Modellen rechnen.“ Allerdings sei von Nachteil, dass bei zus?tzlich auftretenden (nicht geplanten) Belastungen ein schlagartiges Versagen der Scheibe erfolgen kann. Bei den Bruchversuchen an seinem Institut zeigte sich, dass die Bruchstellen bei ESG immer an der Kante, und bei TVG immer in der Scheibenmitte auftreten.Konferenz aus Dresden feiert Jubil?um„Vor 10 Jahren begannen wir mit dem Kleben von Glas und Metall, und das hat sich gelohnt. Viele Tests, die wir durchgeführt haben, sind heute an die ETAG angelehnt“, so Prof. Bernhard Weller (TU Dresden). In seinem Referat über transparente Klebstoffe für Glas- und Metall-Verbindungen wies er darauf hin, dass im Bauwesen die Spannweite zwischen –20 und + 80 Grad Celsius relevant für die Leistungsf?higkeit der eingesetzten Kleber ist. H?ufig werden beim Kleben Silikone verwendet, da diese sehr flexibel sind. In Bezug auf ihre Belastbarkeit gebe es jedoch engere Grenzen als bei anderen Klebern.Erich Tr?sch (Glas Tr?sch Holding) berichtete über lastabtragende Klebstoffe im konstruktiven Glasbau anhand von nicht-monolithischen Glasverbundtr?gern mit gro?en Spannweiten. Dazu hatte Glas Tr?sch bereits in der Vergangenheit eine 21 m lange, segmentierte Verbundglasscheibe vorgestellt. Erich Tr?sch: „Wir wollten etwas l?ngere Gl?ser fertigen, als dies mit Maschinen in einem Durchlauf umgesetzt werden kann. Daraus ist ein 21 m langer gesto?ener Glastr?ger aus sieben Einzelgl?sern entstanden. Dieser besteht aus 7 mm starkem Float, gefügt mit Sentryglas-Folie. Bei der Fertigung wurde auch in den Stirnseiten der Glasst??e die Sentryglas-Folie einlaminiert.“Bei den Untersuchungen der Belastbarkeit h?tten sich TVG und ESG als relevant herauskristallisiert. Float und chemisch geh?rtetes Glas waren zu schwach bzw. zu uneinheitlich im Bruchverhalten. Testergebnisse der laminierten Tr?ger: „Der gesto?enen Tr?ger kann im Vergleich zu nicht gesto?enen Tr?gern nur etwa die halbe Last aufnehmen. Die Bruchlasten der untersuchten Gl?ser lagen bei TVG von 1,5 bis 12 kN, bei ESG von 13,0 bis 14 kN.Michael Elstner (AGC-Interpane) gab einen überblick über Schallschutz mit Glas: „Eine gute Schalld?mmung wird durch die Asymmetrie beim Scheibenaufbau deutlich unterstützt.“ Der Schallschutz sei eine Planungsleistung, die vom Planer mit dem Bauherren abgestimmt werden müsse. Und als Abschluss gab Jürgen Einck (Drees & Sommer) spannende Einblicke die Fassadensanierung des denkmalgeschützten Dreischeibenhauses in Düsseldorf.Matthias RehbergerTipp der Redaktion: Mehr über das Ferrari Museum in Modena erfahren Sie hier auf Youtube. 05.04.2013, Gentner Verlag GmbH & Co. KG

Source: http://www.glassglobal.com/news/tolle_projekte_vorgestellt_glasbau_2013_in_dresden-22101.htmlAuthor:

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